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Was ist ein Wellbaum und wie entstand daraus eine Bar

Der 1911 eingesetzte Wellbaum, der direkt am Wasserrad montiert war, ist bei einer Schmiedevorführung auseinander gebrochen.

Der Wellbaum war die Antriebsachse für die fünf Schmiedehämmer. Um den Wellbaum waren Froschringe montiert. Durch die vorstehenden Eisennoppen wurde der Hammerstil angehoben. Die dendrochronologische Altersbestimmung brachte hervor, dass der Baum 1744 als Rute herangewachsen ist und ca. 1908 für die Verwendung als Wellbaum gefällt wurde. Der 170 Jahre alte Eichenstamm hatte einen Durchmesser von 80 cm. Der Wellbaum hatte eine Länge von 7 Metern.

Um die Hammerschmiede in Seengen zu restaurieren, wurde zu diesem Zweck ein Verein gegründet. Alfredo Wildhaber aus Seengen ist auf mich zu gekommen mit der Idee, aus dem alten Wellbaum eine Bar zu schreinern, um das alte Eichenholz ehrenvoll zu verwenden.

Am 19. August 2017 wurde dann die Wellbaumbar von Alfredo Wildhaber und Christoph Savoy dem Verein Hammerschmiede Seengen geschenkt.

Die Entstehung der Wellbaumbar

Die Wellbaumbar habe ich aus drei Stücken des alten Wellbaums geschreinert. Mit der Blockbandsäge wurden die Klötze zu Stirnholzscheiben gesägt, und dann in schuppenartiger Form wieder zusammengeführt und auf einer Trägerplatte verleimt, damit das Wellenmuster entstand. Anschliessend wurde es auf der CNC Maschine plan gefräst. Dann kam eine weitere Trägerplatte dazu und die Eichenscheiben wurde ins Sandwich genommen. Nochmals wurde die Platte auf der Blockbandsäge geschnitten und gestürzt, wieder zusammengeleimt so ergaben sich diese symetrische Tischplatte. Eine massive Unterkonstruktion, die zugleich Verbindungselement zu den Füssen ist stabilisiert die Tischplatte. Die Füsse wurden weitgehend in der natürlichen Form belassen und erinnern so an die ursprüngliche Form das Wellbaums.

Nicht vorgesehen war, das der Wellbaum nochmals enorme Kräfte entwickelte. Mit gelegentlichem Knacken lösten sich die Spannungen. Eine massive Unterkonstruktion richtete das Blatt wieder in eine Ebene.

Übergabe der Wellbaumbar an den Verein Hammerschmiede Seengen

Tag der offenen Tür vom 21. Mai 2016

Überraschende Restaurierung

Die schlichte Waschkommode steht vor Christoph Savoy. Sein Auftrag: Restaurieren, da der tägliche Gebrauch von über 100 Jahren seine Spuren hinterlassen hat. Die gesamte Holzoberfläche wird er ablaugen, schleifen, danach die neue Oberfläche beizen und lackieren. Dazu nimmt er den Aufsatz sowie die Marmorplatte weg und bringt diese einem Spezialisten für Steinbearbeitung.

Nun widmet sich Christoph Savoy den Schubladen, sie sollen wieder leicht in den Führungen laufen. Er schraubt die Messingschlösser ab, dabei entdeckt er sie: Die Handschrift des Arbeiters, welcher die Kommode schreinerte. Dieser notierte: 10. April 1907, seinen Namen, sowie den Arbeitgeber. Neugierig schraubt Christoph Savoy auch das Schloss der zweiten Schublade ab und findet: „Der Arbeiter von heute wird zur Maschine. Opfer des Kapitals.“ – Wohl von einem Flugblatt oder einer Zeitung abgeschrieben.

Es war die Zeit der Arbeiterbewegung. Neben viel Handarbeit wurden immer mehr Maschinen eingesetzt, die einfache Arbeiten übernahmen. So kann man sich die Angst des Arbeiters vorstellen, dass er einmal überflüssig und nur noch als Maschine angesehen werde.

Nachdem Christoph Savoy die Schlösser gereinigt und sie gegen das Anlaufen behandelt hat, schraubt er sie wieder sorgfältig an. Der Leitspruch des Arbeiters hat die Zeit überdauert und ist heute noch ebenso aktuell wie damals. Auch die Waschkommode kann nun wieder viele Jahre Freude bereiten.

Restaurationen

In der Möbelwerkstatt wird mit Kenntnis der Möbelgeschichte und reicher Erfahrung in den überlieferten Handwerkstechniken gearbeitet.
Gearbeitet wird mit Kopf, Hand und Herz. Für eine fachgerechte Restauration braucht es aber auch Altholz, Knochenleim, Schellack und auch Originalbeschläge aus den jeweiligen Zeitepochen.

Ich offeriere Ihnen gerne eine sinnvolle und angemessene Restaurierung ihrer Antiquität.

Ein nicht alltägliches Möbel

Ein nicht alltägliches Möbel hat alle Stufen einer kompletten Restauration hinter sich und steht wieder in alter Schönheit zum Gebrauch im Mittelpunkt. Der Möbelkörper ist Fichtenholz massiv und mit einer aufwendigen, stark zeichnenden Furnierarbeit bereichert.
Dabei handelt es sich um ein Troix Corps aus der Zeit um 1760. Eine Kommode mit einem Schreibaufsatz und darüber einen Tabernakelaufsatz mit zwei Türen. Auf der Rückwand ist die Aufschrift Pressburg (Bratislava) zu lesen. Das könnte ein Indiz auf die Herkunft sein. Mit sehr viel Erfahrung in der Restaurationstechnik wurde das Prunkstück fachmännisch in unserer Werkstatt restauriert. Nun steht es wieder in vollem Glanz da.

Möchten Sie mehr Individualität im Wohnen?
Nach den Wünschen unserer Kundschaft verarbeiten wir einheimische Hölzer zu Einzelstücken, handwerklich hochstehend und mit klarem Design. So entstehen Einzelmöbel, jedes ein Unikat für sich.

Ein Dankeschön den treuen Kunden, sie haben entdeckt, eine solche Arbeit ist nicht seelenlose Massenware.

Massangefertigter Showrahmen für 300 Jahre alte Türschlösser

In der Möbelwerkstatt Savoy in Seon ist derzeit eine ganz spezielle Massanfertigung zu sehen. Ein privater Sammler kaufte vor Jahren drei Schlösser aus der klassizistischen Epoche um 1750-1780. Da er sie nicht benutzen konnte, legte er sie vorerst weg.

Nun schreinerte Savoy Möbelwerkstatt die perfekte Präsentationsmöglichkeit: Ein Showrahmen mit drei massangefertigten Holztüren. Der Sammler kann die Schlösser nun von beiden Seiten betrachten, die Schlüssel drehen, sowie die kleinen Türen auf- und zu schliessen. Das Geräusch der einschnappenden Falle zu hören, das war sein grösster Wunsch

Die Ausmasse der Schlösser sind enorm, etwa: Gewicht 27kg, Breite 35cm, Schlüssellänge 30cm. Die eigentliche Faszination aber liegt in der ausgeklügelten Schliesstechnik – das kunstvolle Innenleben, das für den Betrachter leider hauptsächlich verborgen bleibt – sowie den geraden Linien und dem schlichten, schön proportionierten Stil.

Das Spezielle war die zweifache Sicherheit: Der Chef gab mit dem grossen Schlüssel das Schloss frei, dann konnte die Türe mit dem kleinen Stellvertreterschlüssel bedient werden. Sobald der Chef mit seinem Schlüssel abschloss, war der kleine ohne Funktion.

Noch einige Zeit steht der Showrahmen im Schaufenster von Savoy Möbelwerkstatt in Seon. Danach geht das Objekt zurück an den Sammler. Möchten Sie einen genaueren Einblick, besuchen die Werkstatt.